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KF Augsburg St. Max: 90 Jahre Kolpingsfamilie

Lan't net luck - halt's zamm!

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Mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Maximilian in Augsburg und einem anschließenden Festabend feierte die Kolpingsfamilie ihr 90jähriges Bestehen. In der Predigt erinnerte Diözesanpräses Alois Zeller an die prekäre Situation der jungen Handwerksgesellen zur Zeit Adolph Kolpings. Kolping kannte diese Situation aus eigener Erfahrung. Er baute daher sein Werk auf, um den jungen Menschen zu helfen. Mit den Kolpinghäusern gab er Heimat, durch Bildung und Qualifizierung ermöglichte er ihnen einen besseren Start ins Leben, damit sie als gute Familienväter ihre Familien und die Gesellschaft aus dem Glauben heraus tragen. Kolpingsfamilien müssten nach Zeller diesen Auftrag auch heute leben. Die Kolpingsfamilie St. Max biete seiner Ansicht nach eine solche Gemeinschaft, bei der Menschen daheim sein können. Zudem bringt sich die Kolpingsfamilie ins Pfarrleben ein und gestaltet so Kirche mit. Eine Kolpingsfamilie müsse nach Zeller auch offen sein für die Nöte vor Ort und in der Welt. Das internationale Kolpingwerk nehme diese Aufgabe weltweit wahr.

Rudi Seitz, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie St. Max, freute sich sehr, viele Gäste zum anschließenden Festabend begrüßen zu können. "Kolping rief und alle kamen!", sagte er im Blick auf die bangende Frage in der Vorbereitung, ob überhaupt viele Gäste kommen werden. Dr. Peter Menacher, Alt-Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, erinnerte sich in seinem Grußwort an seine Kindheit. Sein Vater war Altsenior der Kolpingsfamilie. Menacher hat die Kolpingmitglieder als einfache und wertvolle Menschen kennengelernt. Daher wünschte er den Kolpingmitgliedern: "Bleibt weiter am Boden und haltet zusammen!" Ein Wort aus der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum ist ihm in Erinnerung geblieben: "Seid keine Kopfhänger!" Für Menacher verbindet sich damit der Wunsch an die Kolpingsfamilie, nicht zu resignieren und auf das Negative zu schauen, sondern zuversichtlich und fröhlich zu sein. Schon als Kind stand der Alt-OB beim Kolpinglied mit überkreuzten Händen zwischen den Erwachsenen und spürte die Kette der Freundschaft. Bewundernd lobte er diese echte und wahre Freundschaft, die es bei Kolping gibt. Er wisse das, sagte Menacher, weil in der Politik sei das nicht immer so.

Im Namen des Diözesanverbandes überbrachte der stellv. Vorsitzende Klaus Dieter Ruf aus Mering die Glückwünsche. "Die Kolpingsfamilie soll ein Ort sein, wo der Glaube vorgelebt wird und wo glaubwürdige Christen sich treffen", sagte Ruf in seiner Rede. Im Namen des Diözesanvorstandes bedankte sich Ruf bei den Mitgliedern der Kolpingsfamilie, dass sie die Ideen und Schwerpunkte Kolpings täglich in die Gesellschaft einbringen und vorleben. Ebenso bedankte er sich beim Vorstand und beim Präses, Regionaldekan und Stadtpfarrer Hubert Ratzinger, für ihr Engagement.

Vier neue Mitglieder konnte Rudi Seitz in die Kolpingsfamilie und damit ins Kolpingwerk Deutschland aufnehmen. Für die kleine, aber feine Schar von St. Max ist dies ein beträchtlicher Zuwachs, da die Kolpingsfamilie bis zum Jubiläum 26 Mitglieder zählte. Ein anderer ehemaliger St. Maxer konnte leider wegen der Koalitionsverhandlungen nicht da sein. Rudi Seitz verlas die Grüße und Glückwünsche von Dr. Christian Ruck, dem Bundestagskandidaten aus Augsburg. Ebenfalls verhindert aber mit schriftlichen Grüßen anwesend war Kolpingbruder Theo Gandenheimer, Stadtrat und ehemaliger 2. Bürgermeister der Stadt Augsburg. In einer Bildershow waren dann viele Zeugnisse von der Vitalität und Energie der Kolpingsfamilie St. Max zu sehen.

In einer feurigen Rede motivierte Regionaldekan und Präses Hubert Ratzinger die Anwesenden, aus dem Geist Kolpings zu leben. Für ihn ist Kolping eine Gruppe in der Pfarrei und mit der Pfarrei. Zurückgreifend auf den Gruß der Kolpingsfamilie "Lan't net luck - halt's zamm!" fragte er, wer das Alles zusammenhält. Für ihn ist es der selige Adolph Kolping, der die Gemeinschaft im Kolpingwerk eint. "Bei Kolping weiß man, wo man hingehört", sagt Ratzinger. Aber gleichzeitig dürfe es nicht nur bei der Gemeinschaftsbildung bleiben, sondern es dürfe nicht der Blick und das anpackende Tun bei sozialer Not fehlen. Ratzinger ist es nicht Angst um das Fortbestehen der Kolpingsfamilie, da die Idee Kolpings aktuell ist.

Abschließend bedankte sich Rudi Seitz bei den Anwesenden und bei allen Helfern. Besonders bedankte er sich bei Uli Fischer, der mit einer Bläsergruppe den Gottesdienst und den Festabend musikalisch gestaltete. Zum Abschied rief Rudi Seitz den Kolpingfreunden zu: "Frohen Mutes wandern wir auf die Hundert zu!"

17.10.2009


Gründungsfest 1919


Diözesanpräses Zeller mit Alt-OB Dr. Menacher


Ein Willkommen für vier neue Mitglieder


Glückwünsche vom Diözesanverband

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