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Begleiten und beraten


Brigitte Behrendt (Foto: Michael Behrendt)


Mechthild Gerbig (Foto: Scharlau)


Ralf Eger


Anton Steiner


Sonja Tomaschek

Die Herausforderungen sind groß, vor die eine Kolpingsfamilie heute gestellt ist. Ehrenamtliches Engagement in Vereinen hat keine große Lobby. Ablehnung von dauerhaften Bindungen, demographischer Wandel, rechtlicher Urwald für ehrenamtlich Engagierte, Rückgang der Bindung an christliche Werte, Servicementalität und Glaube, dass nur Spezialisten helfen können, sind nur einige Faktoren, die die Arbeit in Vereinen heute erschweren. Die Politik versucht das Ehrenamt zu stärken. Baut aber unter den Überschriften „freiwilliges Engagement“ oder „bürgerschaftliches Engagement“ eine Parallelstruktur mit scheinbar positiverer Bewertung auf. Langfristig werden sich die politischen Parteien dabei selbst schaden, da ihre Struktur auf der gleichen Basis wie die Vereinsarbeit steht.

Leistung für die Gesellschaft erhalten

Die Verantwortlichen in einer Kolpingsfamilie kämpfen, ihre Gemeinschaft in die Zukunft zu bringen. Dabei geht es ihnen nicht um die Erhaltung von Strukturen. Kolpingsfamilien sind Träger des sozialen Lebens in der Kommune und darüber hinaus. Es ist der Wert und die Leistung, die eine Kolpingsfamilie für die Gesellschaft und für die Kirche erbringt, die engagierte Kolpingmitglieder motiviert.

Unterstützung durch Kolpingwerk Deutschland

In diesem Ringen um eine gute Zukunft wollen das Kolpingwerk Deutschland und die Diözesanverbände die Kolpingsfamilien nicht alleine lassen. Neben der Entwicklung von übergreifenden Projekten und der stets neuen Aktualisierung der Ausrichtung anhand der Grundlagen, kann nur eine konkrete Hilfe vor Ort zum Erfolg führen. Daher haben die Gremien des Kolpingwerkes ein Konzept zur „Begleitung und Beratung“ von Kolpingsfamilien auf den Weg gebracht. Im Herbst 2010 fanden die ersten beiden Ausbildungskurse für sog. Praxisbegleiter statt. Aus den bayerischen Diözesen wurden 10 Kolpingmitglieder ausgebildet.

Brigitte Behrendt aus Schrobenhausen

Brigitte Behrendt aus Schrobenhausen ist eine von ihnen. Die Mutter von zwei Kindern hat 2009 in der dortigen Kolpingsfamilie einen „Offenen Frauentreff“ initiiert, den sie zusammen mit zwei anderen Frauen leitet. „Meine Idee dabei war, eine Plattform für Frauen zu schaffen“, sagt Brigitte Behrendt. „Die Frauengruppe soll eine Bereicherung für unsere Kolpingsfamilie sein. Über die neuen Mitglieder sollen auch deren Familien und Freunde Interesse daran finden und langfristig die Kolpingsfamilie in allen Bereichen ausgebaut und gestärkt werden.“ Brigitte Behrendt hat sich beruflich im Bereich lösungsorientierter Psychologie für Beratung, Coaching und Trainings weitergebildet. Das Begleitungs- und Beratungskonzept findet sie eine ganz tolle und hilfreiche Sache. Sie hat Lust bekommen, Kolpingsfamilien auf dem Weg zu ihren Zielen zu begleiten.

Prozess der Begleitung

Nachdem eine Kolpingsfamilie sich für einen Begleitungs- und Beratungsprozess entschieden hat, wird ein Verantwortlicher vom Diözesanverband ein Vorgespräch mit der Abklärung der Ziele führen. Danach sollen bei mehreren Veranstaltungen – als Orientierungsrahmen wurden fünf Abendveranstaltungen mit jeweils drei Stunden angesetzt – die Praxisbegleiter bei der Umsetzung der gesteckten Ziele begleiten und beraten. Abschluss ist wieder ein Gespräch mit einem Verantwortlichen des Diözesanverbandes. Die Kosten für den Prozess werden zwischen Kolpingwerk Deutschland, Diözesanverband und Kolpingsfamilie aufgeteilt.

Mechthild Gerbig aus Schongau

Auch Mechthild Gerbig ist eine von den neuen Praxisbegleiterinnen. Die gebürtige Paderbornerin hats ins oberbayerische Schongau verschlagen. „Die Vorstandsarbeit, sei es auf Orts-, Bezirks- oder Diözesanebene, hat mir schon seit meiner Jugendarbeit viel Spaß gemacht“, schreibt sie von sich. Die Religionspädagogin hat sich zur Moderatorin für Innere Schulentwicklung fortgebildet und begleitet Lehrerkollegien im Evaluationsprozess, bei der Leitbild-, Ziel- und Programmentwicklung, im Bereich Teamarbeit und Werteentwicklung.

Anton Steiner und Ralf Eger zwei Vorsitzende

Zwei Vorsitzenden von Kolpingsfamilien aus dem Bistum Augsburg sind auch unter den Praxisbegleitern. Anton Steiner aus der Kolpingsfamilie Lengenwang hat bei den Engagiertentreffen 2007 und 2010 Feuer gefangen. Dort stellte er Zielgruppenarbeit als Arbeitskonzept für Kolpingsfamilien vor. Als Gründungsvorsitzender seiner Kolpingsfamilie mit heute 148 Mitgliedern seit der Gründung 2003 weiß er, von was er spricht. Ralf Eger ist im Beruf ständiger Diakon in mehreren Pfarreien in Kempten. Ehrenamtlich engagierter sich als Vorsitzender der Kolpingsfamilie Kempten Heiligkreuz. Auf die Frage, warum Kolpingsfamilien an einem Begleitungs- und Beratungsprozess mitmachen sollen sagt er: „Weil es etwas bringt!“

Diözesane Koordination

Auch Sonja Tomaschek, Diözesan- und stellv. Landesvorsitzende war beim Ausbildungskurs dabei. Sie wird zusammen mit der Bildungsreferentin Ingrid Tremmel für den Diözesanverband Augsburg die Koordination übernehmen.

Weitere Ausbildung geplant

Ansprechpartner Interessenten am Begleitungs- und Beratungsprozess vermittelt das Diözesanbüro. Ein weiterer Ausbildungskurs für Praxisbegleiterinnen findet 2012 statt. Im Kolping-Magazin Ausgabe Februar ist eine Ausschreibung für neue Praxisbegleiter enthalten. Bewerbungen sind an das Kolpingwerk Deutschland zu richten. Die beiden Module des Ausbildungskurses finden am 21. bis 23. September und 23. bis 25. November 2012 statt.

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Stellv. Diözesanvorsitzende
Sonja Tomaschek

Bildungsreferentin
Ingrid Tremmel

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