Repräsentanten des südafrikanischen Kolpingwerkes in Schwaben zu Gast

Weltweit im Dienst am Menschen

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17.03.2016

Für Father Christian Frantz, Kolping-Nationalpräses von Südafrika, und Judith Turner, Kolping-Nationalkoordinatorin im Land am Kap, war während ihres kurzen Aufenthaltes in Bayern der Besuch in Kaufbeuren am 16. März 2016 die Krönung. Die Projekte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Kolping Akademie Kaufbeuren und das Crescentiakloster waren für die beiden Verantwortungsträger des Partnerverbandes von Kolping in der Diözese Augsburg informativ und bewegend.

„Solche Wohngruppen für Flüchtlinge sollte es in ganz Deutschland geben“, sagte Father Christian Frantz nach der Visite in Kaufbeuren. Wie in den Flüchtlingsprojekten durch Sprachkurse, pädagogische Betreuung und Beratung junge Asylsuchende in unsere Kultur integriert werden und mit welchen Traumata und Schwierigkeiten sie dabei zu kämpfen haben, berichteten Akademie-Leiter Gerd Kirsch, die stellv. Leiterin Kirsten Kotter und Mitarbeiter Gerhard Scholze. In der Maler- und Metallwerkstatt der Kolping Akademie fühlten sich Father Frantz und Judith Turner an ihr Work Opportunity Program (WOP) erinnert. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit (15-24 Jahre) in Südafrika von über 50 % bietet der südafrikanische Verband jungen Menschen die Chance, die eigenen sozialen Kompetenzen zu erweitern und einen Einstieg ins Berufsleben zu finden. Von ihren deutschen Partnern werden sie dabei über die Augsburger Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger unterstützt. Father Christian Frantz, Priester des Erzbistums Kapstadt, erkannte als Gemeinsamkeit: „Kolping verbindet Theorie und Praxis und hilft den Schwachen.“

Eine ganz besondere Verbindung besteht zwischen dem Crescentiakloster von Kaufbeuren und Kolping in Südafrika. Die Kapelle beim Nationalbüro und Gästehaus in Durbanville (Western Cape) hat nicht nur den Verbandsgründer Adolph Kolping zum Patron, sondern auch die heilige Crescentia. Generaloberin Schwester Regina Winter brachte zur Einweihung der Kapelle 2006 eine Reliquie der heiligen Franziskanerin aus dem Allgäu mit nach Kapstadt. So war es für Father Christian Frantz und für Judith Turner besonders bewegend, den Lebensort der berühmten Ordensfrau aufzusuchen und an ihrem Grab und in ihrer Klosterzelle zu beten. Schwester Ursula Maria Gruber führte die beiden Südafrikaner durch Kirche, Kreuzgang und Kloster und zeigte ihnen auch die vielen Dankesgaben für Gebetserhörungen.

Ein neues Projekt stellten die zwei Kolpingmitglieder aus Südafrika am Vortag Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Hauptabteilungsleiter im Bistum Augsburg und Leiter der Abteilung Mission-Frieden-Entwicklung, vor. Beide berichteten, dass 2012 in Südafrika 90.000 Schülerinnen schwanger geworden sind. Durch ein strukturiertes Ausbildungsprogramm will Kolping Südafrika die Gesundheit und das Wohlbefinden der jungen Mütter sicherstellen und ihnen bei der Pflege und Erziehung der Kinder helfen. Das für 2017 in zwei Townships am Westkap geplante Modellprojekt soll nach der Versuchsphase auf weitere Gebiete ausgedehnt werden. Das Bistum Augsburg und die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger bat der südafrikanische Kolpingverband um Unterstützung bei diesem Projekt.

Renate Ruchti, Kolpingmitglied aus Gundelfingen, übergab Judith Turner und Father Christian Frantz mehrere Geschenke vom Montessori-Kinderhaus St. Franziskus in Gundelfingen. Kinder haben Bilder für den südafrikanischen Kindergarten Ikwezi in Südafrika gemalt und durch den Verkauf von Selbstgebasteltem Geld für die Kinder dort erwirtschaftet. Renate Ruchti wirbt seit Jahren für die Kolping-Kindergärten in Südafrika und hat schon über 50 Paten gewonnen, die regelmäßig durch eine Spende an die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger helfen.

Viele weitere Gespräche standen in den drei Tagen, in denen die zwei Besucher aus Südafrika im Bistum Augsburg waren, auf dem Programm. Mit der Diözesanleitung der Kolpingjugend in der Diözese Augsburg besprachen sie die Internationale Jugendbegegnung vom 27. August bis 11. September 2016 in Südafrika. Nach einem Besuch von 12 Jugendlichen aus Südafrika im vergangenen Herbst in Deutschland werden sich dieses Jahr deutsche Jugendliche auf den Weg in den Süden Afrikas machen, um Land und Leute kennenzulernen und um sich mit gleichaltrigen Südafrikanern zum Thema „common good“ (deutsch: Allgemeinwohl) über verschiedene Fragen auszutauschen.


Gespräch mit Südafrika-Beauftragten Karl Schneider


Zu Besuch in der Abteilung Mission, Frieden und Entwicklung


Planungen für die Jugendbegegnung


Im Crescentiakloster


Integration in Deutschland und Südafrika


Freunde über Kontinente hinweg


Für die Kindergärten in Südafrika


Geburtstag von Father Christian in Augsburg

17.03.2016

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