Mein Weg ist ein Heimweg, der mich ans Ziel führt…

Andreas Trinkwalder verstorben

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09.01.2026

Sechs Kolpingsfamilien und ein dutzend Familienkreise hat Andreas Trinkwalder gegründet. Am 8. Januar 2026 ist der 68-jährige ehemalige Vorsitzende der Kolpingsfamilien Ebenhofen und Rieder und des Kolping-Bezirksverbandes Ostallgäu verstorben. Der Kolping-Diözesanvorstand trauert mit seiner Ehefrau und seinen Kindern, allen Familienangehörigen und Freunden und den Kolpingsfamilien im Landkreis Ostallgäu.

„Als ich mit 16 Jahren die Kolpingsfamilie Ebenhofen gründete, konnte ich mit dem Namen Kolping noch wenig anfangen“, bekannte Andreas Trinkwalder 2006 in einem Artikel im Kolpingblatt. 16 Jahre war er Vorsitzender der Kolpingsfamilie Ebenhofen. Nachdem er 1988 an seinem neuen Wohnort Rieder eine weitere Kolpingsfamilie gegründet hatte, stand er auch dieser 15 Jahre als Vorsitzender vor. Einen Artikel in der Zeitschrift „Idee und Tat“ von Kolping Deutschland beendet Trinkwalder mit dem Satz: „Nur wenn es einer Kolpingsfamilie durch eine zielgruppenorientierte Arbeit gelingt, dass das einzelne Mitglied dort Gemeinschaft spürt, Orientierung bekommt und Lebenshilfe erfährt, wird sie ‚zukunftsfähig‘ bleiben oder werden.“ (Idee und Tat 3/2006, S. 7). Dieses „Credo“ hat Andreas Trinkwalder als Vorsitzender umgesetzt und bei unzähligen Schulungen, Versammlungen und Tagungen weitergegeben. Auch nach seinem Ausscheiden als Vorsitzender arbeitete er bis 2023 in der Vorstandschaft der Kolpingsfamilien Rieder aktiv mit.

1981 wählten die Kolpingsfamilien aus dem Ostallgäu Andreas Trinkwalder zu ihrem Bezirksvorsitzenden. 11 Jahre hatte er dieses Amt inne. Seine Aufbauarbeit führte er fort und so war er auch an der Gründung der Kolpingsfamilien Biessenhofen, Altdorf, Mauerstetten und Lengenwang maßgeblich beteiligt. Bevor er 1992 das Amt weitergegeben hat, organisierte er die Aktion „Traktoren für Ungarn“. Heute gehören 1.700 Kolpingmitglieder in 10 Kolpingsfamilien zum Bezirk Ostallgäu. Daniela Zitt, die jetzige Bezirksvorsitzende, sagt anlässlich des Todes über Andreas Trinkwalder: „Für mich war er von Anfang an ein Vorbild, Wegbegleiter, Stütze und ein Mensch mit einem immer offenen Ohr für jegliche Fragen.“

Von 1988 bis 1999 gehörte er auch dem Diözesanvorstand des Kolpingwerkes in der Diözese Augsburg an. In seinem Arbeitsbereich „Ehe und Familie“ führte er zahlreiche Schulungen für Familienkreis- und Spielgruppenleitungen durch. Seine Erfahrungen fasste er in Arbeitshilfen zu diesem Thema zusammen, die er immer wieder aktualisierte und ergänzte. Nicht nur beim Kolpingtag 2000 in Köln auf der Bühne berichtete er und motivierte er, die Familien als Zielgruppe in den Kolpingsfamilien in den Blick zu nehmen. Auch bei anderen bundesweiten Kolping-Veranstaltungen hat er Kolpingsfamilien inspiriert, Familien als Zielgruppe in den Fokus zu nehmen. In der Allgäuer Zeitung sagt er 2000 anlässlich des Kolpingtages: „Kolping muss man erleben.“ Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Diözesanvorstand sangen bei seiner Verabschiedung 1999: „Sein Schwung und Kritik hab'n uns're Arbeit belebt, seine Methoden werden uns fehlen.“

Andy Trinkwalder war auch in den Rechtsträgern von Kolping Augsburg engagiert. So gehörte er von 2018 bis 2024 dem Vorstand des Kolping-Bildungswerkes in der Diözese Augsburg an und war Mitglied im Stiftungsrat der Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger. 51 Jahre war er Kolpingmitglied.

41 Jahre war Andreas Trinkwalder bei der Polizei tätig. 2018 wurde er als Kriminalhauptkommissar in Kaufbeuren in den Ruhestand verabschiedet. Über 13 Jahre lang war Trinkwalder Dozent an der Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck. Die Leitung der Kriminalpolizei in Kaufbeuren hatte er 2006 übernommen.

Eine Trauerandacht findet am Donnerstag, 5. Februar 2026 in der Kirche St. Josef in Rieder um 19:45 Uhr statt. Beim Trauergottesdienst mit anschl. Urnenbeisetzung wird am Freitag, 6. Februar 2026, um 11:00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Marktoberdorf für den Verstorbenen gebetet.

 

 

„Die Kolpingsfamilie sollte ...

... ein Ort sein, an dem ich zusammen mit anderen Christen versuche, mein Leben aus dem Glauben zu gestalten.

Und keiner darf denken: Auf mich kommt es nicht an, denn jeder von uns ist eingeladen, am Werk Gottes mitzuarbeiten.

Alleine würde ich dabei scheitern, aber zusammen können wir uns gegenseitig unterstützen und Mut machen.

Jeder kann seinen Teil zum Ganzen beitragen, auf dem Platz, an dem er steht, mit den Möglichkeiten, die er hat.

Und so gehe ich dann meinen Weg, vertrauend darauf, dass es kein Irrweg, sondern ein Heimweg ist, vertrauend darauf, dass er mich nicht an ein Ende, sondern an das Ziel führt.“

 

(Andreas Trinkwalder in "Idee und Tat" 3/2006, S. 7)

09.01.2026
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