Außergewöhnliches Engagement im sozialen und kirchlichen Bereich

Bundesverdienstkreuz für Sonja Tomaschek

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04.03.2026

In einer kleinen Feierstunde am 2. März 2026 im Kolpinghaus in Augsburg überreichte Stefan Rößle, Landrat im Landkreis Donau-Ries, der ehemaligen Kolping-Diözesanvorsitzenden Sonja Tomaschek für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande. „Frau Tomaschek hat sich über mehrere Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement im sozialen und kirchlichen Bereich verdient gemacht, insbesondere innerhalb der Kolpingsfamilie und des Kolpingwerkes auf örtlicher, diözesaner, landes- und bundesweiter Ebene“, begründete Rößle die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

In seiner Laudatio ging Landrat Rößle, der die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes als eine nicht alltägliche Aufgabe eines Landrates bezeichnete, auf das vielfältige Engagement von Sonja Tomaschek ein. Schon als Jugendliche hat die heute 70-Jährige im Kolping-Diözesanbüro im Kolpinghaus in Augsburg, wo sie damals mit ihren Eltern lebte, bei Postversänden mitgeholfen und hat mit der Jugendarbeit in der Kolpingsfamilie Augsburg-Zentral in der Augsburger Innenstadt ihr Ehrenamt begonnen. Nach ihrem Umzug nach Nördlingen engagierte sie sich im Landkreis Donau-Ries als Jugendleiterin der Kolpingjugend. Über viele Jahre leitete sie eine Mädchengruppe, organisierte einen Familienkreis und war Vorstandsmitglied in der Kolpingsfamilie Nördlingen. Von 1995 an gehörte sie dem Diözesanvorstand des Kolpingwerkes als stellvertretende Diözesanvorsitzende an, bevor sie als erste Frau nach 160 Jahren Bestehen ab 2011 für acht Jahre die gesamte Verantwortung für die 12.000 Mitglieder im Bistum Augsburg in rund 100 örtlichen Kolpingsfamilien als Diözesanvorsitzende übernahm.

Landrat Rößle hob in seiner Rede besonders das Engagement für Frauen hervor: „Frau Tomaschek lag die Frauenarbeit sehr am Herzen. Sie ermutigte und unterstützte Frauen, sich im Verband, in der Gesellschaft und in der Kirche zu engagieren.“ Darüber hinaus dankte er Sonja Tomaschek für ihr politische Engagement. „In ihrer Amtszeit hat sie an zahlreichen Erklärungen und politischen Aktionen des Diözesanvorstandes mitgewirkt. Die Themen waren breit gefächert vom Kirchen-Volksbegehren und dem Schutz des Sonntags bis zur Situation der Hebammen“, sagte Rößle. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens lag laut Rößle auf der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Zur Aufgabe der Diözesanvorsitzenden gehört es auch, Verantwortung für die vielfältigen Kolping-Einrichtungen zu übernehmen. So gehörte Tomaschek dem Vorstand der Kolping Akademie mit seinen über 800 Mitarbeitenden an 17 Bildungsstandorten im Bistum Augsburg und dem Stiftungsrat der Kolping-Stiftung Augsburg mit dem Jugendwohnen mit 250 Betten im Kolpinghaus in der Frauentorstraße an. Sie trug Verantwortung für das Kolping-Familienhotel Allgäuhaus in Wertach, für die KurOase im Kloster in Bad Wörishofen, für das Hotel Alpenblick in Ohlstadt und für das Kolping Hotel Spa & Family Resort in Alsópáhok in Ungarn. Ein besonderes Anliegen war ihr die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger, welche Projekte in Indien und Südafrika aber auch in Deutschland fördert. Rößle zählte auch die sonstigen Engagementfelder von Sonja Tomaschek, z.B. in der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), als stellvertretende Kolping-Landesvorsitzende oder im Kolping-Bundesfachausschuss Ehe, Familie, Lebenswege auf.

Landrat Rösler sagte sichtlich beeindruckt: „Man merkt, dass Sonja Tomaschek nicht nur Posten besetzt, sondern Kolping gelebt hat.“ „Frau Tomaschek hat teilweise mehr als 30 Stunden in der Woche in ihre ehrenamtliche Tätigkeit investiert. Sie hat dafür keine Aufwandsentschädigungen oder Gehälter erhalten“, berichtete Landrat Rößle. „Insgesamt zeichnet sich ihr Wirken durch langjährige Kontinuität, große fachliche Kompetenz, hohe soziale Sensibilität und einen unermüdlichen Einsatz für die Werte Adolph Kolpings aus“, so Rößle.

Landrat Rößle, der von der bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Ulrike Scharf mit der Überreichung beauftragt wurde, freute sich, zur Verleihung zwei Familien begrüßen zu können: zum einen Sonja Tomaschek mit ihren Söhnen, anderen Familienmitgliedern sowie Freunden und andererseits Mitglieder der weltweiten Kolpingsfamilie.

Kolping-Diözesanvorsitzender Robert Hitzelberger gratulierte Sonja Tomaschek im Namen von Kolping in der Diözese Augsburg zur Ehrung und dankte Landrat Rößle für die Verleihung und für die Würdigung des Engagements von Sonja Tomaschek. Sie wurde für ihr ehrenamtliches Wirken bereits vom Kolpingwerk auf Diözesan-, Landes- und Bundesebene ausgezeichnet und 2023 überreichte ihr der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier das päpstliche Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“.

04.03.2026
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Der Verdienstorden, umgangssprachlich auch als Bundesverdienstkreuz bezeichnet, ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen. Seit der Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 264.620 Mal verliehen (Stand: 31.12.2024). Es gibt verschiedene Stufen des Verdienstordens.

(Information von www.bundespraesident.de)