Konferenz der Vorsitzenden der Kolpingsfamilien im Bistum Augsburg beschäftigt sich mit Sozialwahl

Mitreden – mitdenken – mitgestalten

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02.02.2016

MdB Stracke beim Vortrag


Sonja Tomaschek referiert über die BGW


Dank an Ewald Kommer (rechts)


Willi Breher zur DAK und ACA


Rentenberater Petters rechts


Padlesak ruft auf, Vorschläge zu machen


Vor der heiligen Pforte


Einzug der Banner


Domkapitular Zürn begrüßt


Höhe- und Mittelpunkt in der Messfeier


Hauptabteilungsleiter Pfarrer Dr. Lindl


Ehrenzeichen für Werner Stricker


Kolping-Medaille für Klaus Sailer


Einladung zum Jubiläum nach Ungarn


Leiter Waschke zum aktuellen Stand Jugendwohnen


„Mitreden, mitdenken und mitgestalten“, ist für den Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke das Motto der Sozialwahl 2017. Der Kaufbeurer Politker sprach am 30. Januar 2016 im Kolpinghaus in Augsburg vor 130 ehrenamtlichen Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern aus den Kolpingsfamilien in der Diözese Augsburg über die drittgrößte Wahl in Deutschland. Nach der Europa- und Bundestagswahl ist mit rund 46 Millionen Wahlberechtigten die Sozialwahl die nächstgrößte Wahl. Das Kolpingwerk startete mit dem Impulsreferat von Stracke in die Kandidatensuche für die Versichertenparlamente von Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung, die 2017 neu gewählt werden.

Rahmenbedingungen mitgestalten

Stracke, der ordentliches Mitglied und Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages ist, bedauerte in seinem Vortrag, dass der Sozialwahl nicht die Bedeutung zukommt, die sie eigentlich verdient. Selbstverständlich würden Sozialleistungen in Anspruch genommen, aber es sei auch wichtig, die Rahmenbedingungen mitzugestalten, sagte Stracke. Er vertritt die Überzeugung, dass in den Selbstverwaltungsorganen der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen für die Menschen vor Ort etwas mitgestaltet werden kann. „Kolping schaut hin und krempelt die Arme hoch und packt an“, stellte das Kolpingmitglied Stracke fest. Er dankte allen Kolpingmitgliedern, die sich in der sozialen Selbstverwaltung engagieren. Nach der letzten Sozialwahl hätte die Koalition vereinbart, das Wahlverfahren zu reformieren, berichtet Stracke. Von einer geplanten Online-Wahl rieten die IT-Spezialisten und Sicherheitsbeauftragten ab. Von den immer wieder in Kritik stehenden sogenannten „Friedenswahlen“ rückt Stracke nicht ab, da in einem anderen Wahlverfahren nur noch finanziell potente Gruppierungen sich einen Wahlkampf leisten können. Da es sich beim jetzigen System um ein bewährtes und funktionierendes System handelt und die Sozialpartner damit zufrieden sind, sei es zu keiner Reform gekommen.

Kolpingmitglieder sozial aktiv

Was konkret in den Gremien der sozialen Selbstverwaltung passiert, berichteten vier Kolpingmitglieder am Nachmittag. Sonja Tomaschek aus Nördlingen, Diözesanvorsitzende es Kolpingwerkes, ist ehrenamtlich in der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege engagiert. Als stellvertretendes Mitglied im Widerspruchsausschuss erzählte sie konkret, wie dort im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für die Versicherten Position bezogen werden kann. Im Verwaltungsrat der AOK Bayern engagiert sich Ewald Kommer. Der aus Höchstädt stammende Geschäftsführer des Kolpingwerkes Diözesanverband Eichstätt ging auf den Gestaltungsspielraum der AOK-Direktionsbeiräte in den regionalen Untergliederungen der Krankenkasse - wie zum Beispiel die Besetzung von Personalstellen und den wohnortnahen Service - ein. Kolping-Landesgeschäftsführer Willi Breher, Mitglied im Verwaltungsrat der DAK Gesundheit und wohnhaft in Pfaffenhofen an der Ilm, berichtete über die Listenerstellung durch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene. Als Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung bekommt Peter Petters aus Mering regelmäßig Besuch von Ratsuchenden bei sich zu Hause. Er steht ihnen bei der Beantragung der Altersrente genauso bei, wie er auch bei anderen Fragen der Versicherten weiterhilft. Reinhold Padlesak, Mitglied im Bundes- und Diözesanvorstand des Kolpingwerkes, rief am Ende der Vorstellung die Ehrenamtlichen aus den Kolpingsfamilien zur Unterstützung bei der Kandidatensuche für die gemeinsame ökumenische Liste der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmervertreter (ACA) auf.

Flagge zeigen für die Barmherzigkeit

Mit Kolpingbannern zogen die Konferenzteilnehmer am Mittag durch die Heilige Pforte in den Augsburger Dom zur Messfeier, um gemeinsam des Heilige Jahr der Barmherzigkeit für das Kolpingwerk Diözesanverband Augsburg zu beginnen. Dompfarrer Domkapitular Armin Zürn zeigte sich bei seiner Begrüßung beeindruckt von den vielen Bannern und rief die Kolping-Verantwortlichen auf, die Gelegenheit des von Papst Franziskus ausgerufenen Jubiläums der Barmherzigkeit aufzugreifen und Flagge für die Barmherzigkeit zu zeigen. Dass Adolph Kolping aus christlicher Barmherzigkeit heraus sein Werk begonnen hat, stellte Kolping-Diözesanpräses Alois Zeller an den Beginn seiner Predigt. Als Richtschnur für das Handeln heute nannte er neben den bekannten leiblichen und geistigen Werken der Barmherzigkeit auch eine neue Reihe von solchen Werken (Du gehörst dazu; Ich höre dir zu; Ich rede gut über dich; Ich gehe ein Stück mit dir; Ich teile mit dir; Ich besuche dich; Ich bete für dich). Seine Verbundenheit mit dem Kolpingwerk brachte Hauptabteilungsleiter Pfarrer Ulrich Lindl am Ende des Gottesdienstes zum Ausdruck. Da es in allen Pfarreien, in denen er bisher tätig war, Kolpingsfamilien gab, hat er sich sehr gefreut, viele liebe Vertraute wiederzusehen. Kolping hat er in diesen Jahren intensiv kennen und die Tatkraft des Verbandes und seiner Mitglieder schätzen gelernt.

Anerkennung für das Ehrenamt

Diözesanvorsitzende Sonja Tomaschek überreichte dem langjährigen Vorsitzenden des Kolpingwerkes Bezirksverband Günzburg, Werner Stricker, in Anerkennung für seine Verdienste das Ehrenzeichen des Diözesanverbandes. Nur einmal jährlich wird diese Auszeichnung verliehen. Stricker war bis zum vergangenen Herbst Bezirksvorsitzender für die Kolpingsfamilien im Landkreis Günzburg; darüber hinaus engagierte er sich in seiner Heimat-Kolpingsfamilie Günzburg und für das Kolpinghaus in Günzburg. Auch in der Seniorenarbeit ist er auf Diözesan-, Landes- und Bundesebene engagiert.

Klaus Sailer aus der Kolpingsfamilie Wiggensbach erhielt aus den Händen der Diözesanvorsitzenden die Augsburger Adolph-Kolping-Medaille für sein Engagement in seiner Kolpingsfamilie und im Kolpingwerk Bezirksverband Oberallgäu. Er engagierte sich auch im Regionalpastoralrat, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Partnerschaft zur Tschechischen Republik.

Sonja Tomaschek dankte in der Konferenz auch den anderen ausgeschiedenen Vorsitzenden mit einem Geschenk und einer Urkunde und hieß die neuen willkommen. Der verstorbenen Präsides, Vorsitzenden und Mitarbeiter war im vorangegangenen Gottesdienst gedacht worden.

20 Jahre Familien- und Kurhotel in Ungarn

Über das 20-jährige Jubiläum des Kolping Hotel Spa & Family Resort in Alsópáhok (Ungarn) berichtete der Geschäftsführer der Kolping Akademie, Werner Moritz. Renovierungsmaßnahmen, Ausweitung der Kurangebote und Familienfreundlichkeit waren ebenso Themen seines Berichtes wie die Förderung von sozialen Projekten aus Erträgen des Hotels. Moritz lud die Kolpingsfamilien ein, die Angebote im Jubiläumsjahr wahrzunehmen und zum Jubiläum nach Alsópáhok zu kommen.

Viele weitere Informationen für die Arbeit vor Ort

Veranstaltungsmeldungen an die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), eine Jugendbegegnung in Südafrika, Schulungen für Ehrenamtliche in der Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, ein Internetbaukasten für Kolpingsfamilien und Informationen zum Neubau bzw. zur Sanierung des Jugendwohnheims im Kolpinghaus in Augsburg rundeten den Konferenztag in Augsburg ab.

02.02.2016
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