Neue Kolping-Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Hermanfriedhof in Augsburg gesegnet

Du bist für die Ewigkeit da

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15.11.2021

Gebet am bisherigen Kolpinggrab


Zug zur neuen Grabanlage


Künstler Knöferl berichtet von der Entstehung des Grabes


Die neue Gemeinschaftsgrabanlage


Seitlicher Blick auf die offene Türe


Segnung des Grabes


Entzünden der Kerze


Dank durch Geschäftsführer Lang

Mit einem Gebet für die Verstorbenen begann Domkapitular und Dompfarrer Armin Zürn am bisherigen Kolpinggrab auf dem Katholischen Friedhof an der Hermanstraße in Augsburg am 12. November die Segensfeier für die neue Kolping-Gemeinschaftsgrabanlage. Bevor Kolping-Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer die neue Grabanlage segnete, dankte der Künstler Martin Knöferl für das gute Miteinander bei der Entwicklung der Grabgestaltung und lud die Mitfeiernden ein, sich selbst einen Eindruck zu machen.

Eine offene Tür

Weithin sichtbar ist im Friedhof die große Tür aus Glas und Stahl. Folgt man dem Seitenweg zum neuen Kolpinggrab, steht man vor einer dunkelblauen Glastür. Im Zugehen auf die Glasfläche erkennt man sein eigenes Spiegelbild. Das Zitat „Du bist für die Ewigkeit da!“ mit der Unterschrift von Adolph Kolping in goldener Schrift ist jedem Betrachtenden zugesagt. Die offene Tür erinnert nicht nur an die Kolpinghäuser, die Adolph Kolping angeregt hat, sondern sie steht auch für das Wort Jesu im Evangelium, dass es im Haus seines Vaters viele Wohnungen gibt und dass er vorausgeht und einen Platz für uns bereitet. Eine Fläche aus gelben Glasstücken füllt den Türrahmen und deutet an, dass auch Christen nicht wissen, wie es nach dem Tod weitergeht, aber an eine Vollendung im Reich Gottes glauben. Am neuen Kolpinggrab hat die lebensgroße Statue eines wandernden Handwerksgesellen Platz gefunden. Seit mehr als einhundert Jahren steht sie schon an der Begräbnisstätte der Kolping-Präsides. Trauernde und Betende, die ans Grab kommen, sind nicht allen: der wandernde Geselle ist schon da und man kann sich zu ihm „gesellen“.

Familie über den Tod hinaus

Kolping-Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer erläuterte den Mitfeiernden, warum Kolping Augsburg ein Gemeinschaftsgrab geschaffen hat. „Die Veränderungen in der Begräbniskultur sind an allen Friedhöfen sichtbar“, sagte er. Das Verschwinden von Familiengräbern, die Zunahme von Urnenbestattungen und anonymen Bestattungen nannte er als Merkmale. „Als Christen wollen wir hier eine Antwort geben“, sagte Kretschmer. „Jede und Jeder hat einen Namen und ist beim Namen gerufen, so unsere Überzeugung, und daher möchten wir einer Anonymisierung entgegenwirken“, begründete der Kolping-Diözesanpräses. Zudem wolle die Kolpingfamilie eine „Familie“ über den Tod hinaus sein. Das wird deutlich an der Liste von Priestern am neuen Grab. Sie waren als Präsides für Kolping in der Diözese Augsburg tätig. Auch wenn sie nicht hier beerdigt sind, so will die Kolpinggemeinschaft an sie erinnern.

Dank an Künstler und Handwerker

Heinrich Lang, Geschäftsführer der Kolping-Stiftung Augsburg, wies darauf hin, dass sich nicht nur Kolpingmitglieder, sondern auch andere Menschen, die gerne unter dem Kolping-Logo beerdigt werden wollen, hier bestatten lassen können. Lang dankte Martin Knöferl und den beteiligten Handwerkern. Die Kolping-Stiftung Augsburg hat für die künstlerische Gestaltung der Grabstelle bereits Zuschüsse erhalten, dafür dankte er. Zur Finanzierung der Erinnerungsstätte an die Präsides und für die künstlerische Gestaltung sind aber weitere finanzielle Mittel notwendig.

Licht wird geteilt

Auf dem Weg vom bisherigen Grab vor der Michaelskirche, das weiterbestehen wird, in den hinteren Bereich des Friedhofes wurde in einer Laterne das Licht vom Grab mit zur neuen Grabanlage genommen. Nach der Segnung wurde die Kerze, die an das Gebet für die Verstorbenen erinnert, am neuen Grab entzündet.

15.11.2021
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