Kolping-Urgestein Theo Gandenheimer verstorben

Ein echter Kolpingsohn und Christ

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06.07.2026

Kolping in der Diözese Augsburg trauert um Theo Gandenheimer. Im Alter von 92 Jahren ist er in der vergangenen Woche verstorben. 75 Jahre war er Mitglied der Kolpingsfamilie Augsburg St. Josef. Auf allen Ebenen des Kolpingwerkes war er aktiv. Als „echter Kolpingsohn und Christ“, wie ihn der ehemalige Augsburger Diözesanpräses Josef Hosp bezeichnet, hat er sich für seine Familie, für die Gesellschaft und in seinem Beruf engagiert.

„Seit seiner Ministrantenzeit ist Theo Gandenheimer ein überzeugter Mann der Kirche“, schreibt Josef Hosp über Theo Gandenheimer. Neben seiner Tätigkeit als Postbeamter gehörte er 42 Jahre dem Stadtrat in Augsburg an und war zwei Perioden 3. Bürgermeister. So manche seiner Reden war an einem Kolpingzitat aufgehängt. Den Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt zuhören, Antworten geben, Anliegen mitnehmen und sich für die Themen einsetzen, so haben viele Menschen Theo Gandenheimer erlebt. „Können wir da was machen?“, war seine Frage an die Verantwortlichen in der Stadt, wenn er mit dem Thema einer Bewohnerin oder eines Bewohners loszog, um zu helfen oder zu vermitteln.

Theo Gandenheimer verstand sich stets als Verbindungsmann zwischen Kirche, Wirtschaft und Politik. So freute es ihn zum Beispiel sehr, dass er die Lutherstädte Augsburg, Nürnberg und Coburg im Lenkungsausschuss für das Lutherjahr 2017 vertreten konnte. Für Kolping war er auch in der sozialen Selbstverwaltung in der IKK und in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung in der Handwerkskammer für Schwaben engagiert. Auch im Bezirksrat war er einige Jahre tätig.

Angefangen im Vorstand seiner Kolpingsfamilie, über den Kolping-Bezirksvorstand für die Stadt und den Landkreis Augsburg, im Kolping-Diözesanvorstand, im Bundesvorstand und im Generalrat von Kolping International hat sich Theo Gandenheimer ehrenamtlich engagiert. In vielen Kolpingsfamilien war er in diesen Jahren als Referent unterwegs. Seit der Gründung des Kolping-Bildungswerkes in der Diözese Augsburg e.V. 1969 (heute Die Kolping Akademie) war er viele Jahrzehnte als Mitglied engagiert dabei. Auch in weiteren Einrichtungen hat er sich eingebracht, so zum Beispiel in der Walter und Giesela Stiermann-Stiftung. Interessiert nahm er bis ins hohe Alter am Kolpingleben teil, auch wenn es nur über die sozialen Medien war, wo er gerne einen Gruß und ein Kolpingzitat hinterließ.

Mit vielen Auszeichnungen wurde das große Engagement von Theo Gandenheimer gewürdigt. Zum Beispiel erhielt er 1971 das Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Diözesanverband Augsburg und das Ehrenzeichen von Kolping Deutschland, 1983 das Ehrenzeichen von Kolping International, 1988 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2007 den päpstlichen Orden Pro Ecclesia et Pontifice und 2013 die Augsburger Adolph-Kolping-Medaille. In einem Dankbrief nach der Verleihung der Adolph-Kolping-Medaille schreibt Theo Gandenheimer an den Diözesanvorstand: „Ich habe doch nur versucht mit euch Adolph Kolpings Auftrag zu erfüllen.“

„Adolph Kolping wollte aus den Handwerksgesellen tüchtige Männer machen: in Familie, Kirche, Beruf und Gesellschaft. Bei Theo Gandenheimer ist diese Tüchtigkeit in allen Bereichen überdeutlich sichtbar geworden“, sagt Diözesanvorsitzender Robert Hitzelberger. „Wir sind sehr dankbar, dass wir ihn gehabt haben, und trauern mit seiner Familie“, fährt Hitzelberger fort. „Sein Leben lang prägte Theo sein tiefer Glaube. Möge er jetzt Heimat finden bei unserem Vater im Himmel und möge er alle seine Lieben wiederfinden“, wünscht sich der Augsburger Diözesanvorsitzende für Theo Gandenheimer.

 

 

 

 

„Tut jeder in seinem Kreise das Beste,
wird's bald in der Welt auch besser aussehen.“

Adolph Kolping

06.07.2026
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