250 Jahre gefeiert – 160 Jahre Gesellenverein und 90 Jahre Kolpinghaus

Was hat Seife mit dem Christsein zu tun

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26.07.2019

„Ein Seifenfabrikant sagt zu einem Christen: ‚Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald 2000 Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht besser geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen!‘“, beginnt Prämonstratenser-Abt Hermann Josef Kugler die Predigt beim Festgottesdienst zum 160-Jährigen Jubiläum der Kolpingsfamilie und 90-Jährigem Jubiläum des Kolpinghauses Lauingen am 14. Juli 2019 im Radgarten. „Der andere zeigt auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Straßenrand im Dreck spielt, und bemerkt: ‚Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt!‘“, fährt Kugler in der Predigt fort. „‘Seife‘, entgegnet der Fabrikant, ‚nützt natürlich nur, wenn sie angewendet wird.‘ Darauf der andere: ‚Christsein auch‘“, so der aus Lauingen stammende Abt von Windberg, der selbst Kolpingmitglied ist.

Die Gedanken und Taten des Vorbilds und Gründervaters der Kolpingfamilie, Adolph Kolping (1813-1865), sind aktuell wie nie. Seine Lebensaufgabe bestand darin, sich der jungen Handwerker und Arbeiter in ihrer sozialen Not anzunehmen und ihnen eine geistige und wirtschaftliche Hilfe zu bieten, ihnen Heimat zu geben und sich für sie um Arbeit zu bemühen. Die Ausführungen von Abt Kugler decken sich mit den Ansichten von Adolph Kolping: „Schön reden tut’s nicht, die Tat ziert den Mann!“ So wie auch die Seife genutzt werden muss, damit die Welt sauberer wird, muss auch das Christsein gelebt werden. Ähnlich wie bei einem Funken Hoffnung oder die Prise Salz ist im Leben des Christen auch das Maß wichtig. Zu viel Licht blendet ebenso, wie eine unangemessene Menge Salz jede Suppe ungenießbar macht. Mit seiner begeisternden Art erntete Abt Kugler während der Messe Applaus für seine mitreisenden Worte.

Die stellvertretende Diözesanvorsitzende Katharina Heckl klärt in ihrem Grußwort die eigentliche Zahl des Jubiläums auf: 160 Jahre Gesellenverein und 90 Jahre Kolpinghaus ergibt die traumhafte Jubiläumszahl von 250 Jahren. Heijo Schepers, der Vorsitzende des Verbands der Kolpinghäuser, schwärmt bei seinem Grußwort vom 150-jährigen Jubiläum vor zehn Jahren. Die mitreisende Predigt von Abt Kugler könne jedoch die Feierlichkeiten von damals nochmals toppen, so Schepers. Er überreichte dem ersten Vorsitzender Herbert Hummel zum Andenken ein Bild von einem der meistbesuchten Gebäude in Deutschland, dem Kölner Dom. Landtagsabgordneter Georg Winter war dankbar für die überzeugenden Worte von Abt Kugler. Für ihn war der Beginn des Tages mit dem Festgottesdienst ein besonderes Erlebnis und eine willkommene Abwechslung zu den gewohnten Terminen als Abgeordneter. Der stellvertretende Landrat Alfred Schneid konnte die Glückwünsche von Landrat Leo Schrell an den Verein überbringen und griff in seiner Rede ebenfalls die Worte von Abt Kugler auf. Aus der Aussage „aus dem Glauben leben und in die Tat umsetzten“ wurde spontan die Aussage: „mit dem richtigen Schneid durchs Leben gehen“. Auch Lauingens erste Bürgermeisterin Katja Müller bedankte sich für der Bereicherung der Stadt Lauingen durch das für die Gemeinschaft so wichtige Vereinsleben und übermittelte die Glückwünsche und eine Spende zur Bewältigung der Auslagen zu den Feierlichkeiten.

Nach dem Fototermin im Lauinger Martinsmünster waren die Mitglieder mit Bannerabordnungen der Kolpingfamilien der Umgebung und der eigenen Standarte und unter Begleitung der Stadtkapelle Lauingen bei Sonnenschein zum Radgarten gezogen. Nach dem Festgottesdienst und dem Segen des Abts konnte der restliche Tag bei bestem Wetter mit einem Mittagessen, Kaffee, Kuchen und Getränken in gemütlicher Runde ausklingen.

Wohl am weitersten zum Jubiläum angereist waren Judith Turner, die Nationalkoordinatorin des Kolpingwerkes Südafrika, und Nationalpräses Father Kizito Gugah aus Kapstadt. Die Kolpingsfamilien aus dem Bistum Augsburg unterstützen über die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger die Projekte der Partner im Land am Kap.

 

 

Auf dem Bild oben von links: Stellv. Landrat Alfred Schneid, Bürgermeisterin Katja Müller, Abt Hermann Josef Kugler, stellvertretende Diözesanvorsitzende Katharina Heckl, MdL Georg Winter, Vorsitzender des Verbands der Kolpinghäuser Heijo Schepers, stv. Landesvorsitzender des Kolpingwerkes Bayern Erwin Fath, Vorsitzender der Kolpingfamilie Lauingen Herbert Hummel

Markus Hummel
26.07.2019
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Im Jahr 1859, noch zu Lebzeiten von Adolph Kolping, wurde die Kolpingfamilie Lauingen als „Katholischer Gesellenverein Lauingen“ gegründet. Vor 90 Jahren schenkte Maria Mayer (1853-1930) ihr Anwesen an der Herzog-Georg-Straße 56 als Kolpinghaus der Kolpingsfamilie.