Kolping-Frauentag in Augsburg

Gesundheit aus weiblicher Perspektive

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27.11.2025

Einstieg in den Frauentag


Referentin Daniela Bär




Vertiefung von Gesundheitsthemen in den Workshops


Gottesdienst in der Kapelle von Maria Ward

Beim Kolping-Frauentag, der am 22.11.2025 in Augsburg stattfand, stand ein Thema im Mittelpunkt, das noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erhält: Frauengesundheit. Die Referentin Daniela Bär zeigte eindrucksvoll, dass sich Forschung und medizinische Entwicklung erst seit vergleichsweise kurzer Zeit intensiver mit den Besonderheiten des weiblichen Körpers beschäftigen. Über Jahrzehnte hinweg galt der männliche Körper als Maßstab – mit deutlichen Folgen für Diagnostik, Therapie und Prävention.

Besonders eindrucksvoll war ihr Hinweis auf die große Datenlücke. „Die traurige Wahrheit ist: so viel kann ich gar nicht sagen“ meinte Bär, die als ausgebildete Intensivkrankenschwester die pflegerische Bereichsleitung des Intensivzentrums 1.3 am Universitätsklinikum Augsburg innehat. Selbst in der Grundlagenforschung werden Tierversuche überwiegend mit männlichen Tieren durchgeführt, da bei weiblichen Körpern Zyklus, Schwangerschaften und Hormonschwankungen die Datenauswertung erschweren. Für die Zukunft braucht es spezielle Datenerhebungen und angepasste Studien, um Frauen medizinisch besser zu versorgen. Erste Schritte sind gemacht. Der Fachbereich Gendermedizin ist inzwischen an drei Hochschulen eingerichtet – ein Anfang, aber noch ausbaufähig. Bis diese Erkenntnisse im medizinischen Alltag ankommen, werde es jedoch noch Zeit brauchen, so die Referentin.

Ein besonderer Fokus ihres Vortrags lag auf der Herzgesundheit. Denn Herzinfarkte verlaufen bei Frauen häufig anders als bei Männern und werden deshalb öfter übersehen. Warnsignale bei Frauen sind unter anderem unerklärliche Müdigkeit, Schmerzen in Kiefer, Nacken oder Rücken, starke Schweißausbrüche. Alles Symptome, die nicht spezifisch nach einem Herzproblem aussehen.

Workshops für Körper und Seele

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmerinnen aus fünf Wunschworkshops wählen. In
Qigong wurden von Trainerin Sabine Varga die Grundlagen der uralten Übungen erläutert, bevor verschiedenste Klopfübungen ausprobiert wurden. Ernährungsberaterin Natalia Bezak erläuterte in ihrem Workshop, was es mit dem Cholesterin und der Gesundheit auf sich hat. Bei Romana Gilg von Mamazone e.V. erfuhren die Teilnehmerinnen viele wichtige Infos rund um Brustkrebs und dessen Behandlung. An Brustmodellen konnten verschiedene Knoten ertastet werden. Tipps, wie man mit Kneippschen Ansätzen besser durch die Wechseljahre kommt, gab Melanie Wagner. Bei Referentin Birgit Ostermeier trafen Übungen und Impulse aus dem Themenfeld Achtsamkeit auf Spiritualität – eine Mischung, die bei den Teilnehmerinnen sehr gut ankam.

Bei Kaffee und Kuchen blieb anschließend Zeit für Austausch, Gespräche und Reflexion. Ein inhaltlicher Abschluss bildete das gemeinsame Kennenlernen von Akupressurpunkten, die das Immunsystem stärken können. Der Tag endete mit einer Wort-Gottes-Feier in der Hauskapelle von Maria Ward – ein ruhiger und stimmungsvoller Abschluss eines informativen und stärkenden Frauentages.

27.11.2025
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