Podiumsdiskussion zur Landtagswahl

Mitmachen schafft Einfluss

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24.09.2018


„Sind wir dankbar, dass wir die Möglichkeit haben zu wählen. Dass wir Kandidaten anhören können und diejenigen wählen, von denen wir denken, dass sie unsere Interessen vertreten und sie unser Land regieren. Nicht in allen Ländern ist dies so selbstverständlich“, so die Worte des Moderators des Abends, Erwin Fath, stellvertretender Landesvorsitzender des Kolpingwerkes Bayern. Immerhin sechs Kandidaten des Stimmbezirkes 704 stellten sich seinen Themen zu Familie, Wohnen, Bildung und Entwicklung ländlicher Raum. Mit dabei waren: Dr. Andreas Becker(ÖDP); MdL Johann Häusler (Freie Wähler); Peter Emil Monz (Bündnis 90/Die Grünen); Tobias Rief (SPD); Claudia Stocker (FDP) und MdL Georg Winter (CSU). Über 50 Interessierte wollten sich ein eigenes Bild von den Positionen der Direktkandidaten machen.

Zu Beginn haben alle Kandidaten ihre Schwerpunkte dargestellt, für die sie sich einsetzen wollen. Anschließend wurde zu den Themen kontrovers diskutiert. Zum Beispiel zu Kindergartenbeiträge: Ist eine Kostenfreistellung für alle sinnvoll oder sozial nicht gerechtfertigt? Wie kann den hohen Wohnungs- und Mietkosten wirksam entgegnet werden. Hier wurden immer wieder die Erfordernisse der stärkeren Einbindung von gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften angeführt. Einig waren sich alle, dass dem Bereich Bildung noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Herr Dr. Becker, ÖDP, meinte gar „wir brauchen nur Bildungswachstum und nicht Wirtschaftswachstum. Wirtschaftswachstum bedeutet immer, dass dies zu Lasten anderer geht“. Die Bereiche “Ländlicher Raum und Gemeinschaft vor Ort“ nahmen einen großen Teil der Diskussion ein. Einig waren sich alle, dass diesbezüglich auch die Kommunen gefordert sind, auch um den prognostizierten Bevölkerungsrückgang im Landkreis abzuwenden. Die Kandidaten Stocker, Monz und Rief sehen Nachholbedarf bei schnellem Internet und Digitalisierung. Es fehlt ihnen an Zeitgemäßem, wie auch der erforderliche gesellschaftliche Austausch und gemeinsame Gespräch und Maßnahmen, sowohl unter den Vereinen als auch den Gemeinden und Städten.

MdL Winter verwies auf das neue Landesentwicklungsprogramm und die Aufwertung der beiden Städte Dillingen und Lauingen zum gemeinsamen Oberzentrum, die hohe Zuschüsse ermöglich. So konnten im Landkreis bereits Projekte umgesetzt werden, die ohne diese hohe Förderung nie hätten realisiert werden können. Auch hat sich die Verkehrsanbindung verbessert. Er konnte eine deutliche Optimierung der Zuganbindungen erreichen. MdL Häusler verdeutlichte, dass andere Länder gegenüber Deutschland mehr als das Doppelte, die Schweiz sogar das Dreifache für die Infrastruktur der Bahnen investieren. Unter diesen Vorzeichen wird es noch dauern, bis bei der Donautalbahn alle Bahnhöfe barrierefrei sind und saniert werden. Auch ist dazu die Bahn erster Ansprechpartner, die ihre Prioritäten selbst festlegt. Abschließend konnten die Besucher noch ihre persönlichen Fragen an die Kandidaten richten.

Herbert Hummel, 1. Vorsitzender der Kolpingfamilie Lauingen, war bei seinen Schlussworten sicher, dass die Zuhörer sich an diesem Abend einen umfassenden Eindruck über die Bewerber verschaffen konnten, damit jeder für sich am 14. Oktober die richtige Entscheidung treffen kann.

Bericht: Alfred Kapschak, Bilder: Karl Schneider
24.09.2018
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