25 Jahre gelebte Freundschaft
Seit 25 Jahren verbindet die Kolpingsfamilien in Velká Bíteš (Tschechien) und Schrobenhausen nicht nur eine offizielle Partnerschaft, sondern vor allem eine lebendige Freundschaft. Zum 30-jährigen Bestehen der tschechischen Kolpingsfamilie reiste eine siebenköpfige Delegation aus Schrobenhausen vom 18. bis 20. September 2026 nach Velká Bíteš, um gemeinsam mit den tschechischen Freund*innen das Jubiläum zu feiern.
Die Begegnung war geprägt von herzlicher Gastfreundschaft, gemeinsamen Erlebnissen und einem abwechslungsreichen Programm. Zugleich bot das Wochenende Gelegenheit, die langjährige Partnerschaft weiter zu vertiefen und neue Kontakte innerhalb des Kolpingwerkes zu knüpfen.
Ankommen und Wiedersehen
Am Freitag, 18. September, traf die Schrobenhausener Delegation in Velká Bíteš ein. Nach der Begrüßung stand zunächst die Besichtigung des neu errichteten Pfarrsaales auf dem Programm. Der neue Treffpunkt der Pfarrei bot die Gelegenheit, sich über das Gemeindeleben und die Aktivitäten der Kolpingsfamilie auszutauschen. Bei einem gemeinsamen Grillabend im Pfarrgarten klang der erste Tag in geselliger Runde aus. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt und neue Bekanntschaften geschlossen.
Auf den Spuren der Geschichte in Brünn
Der Samstag begann mit einem Frühstück in den jeweiligen Gastfamilien. Anschließend machte sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg nach Brünn. Dort stand zunächst die Besichtigung des Bunkers 10-Z auf dem Programm. Die unterirdische Anlage vermittelte den Besuchern eindrucksvoll einen Einblick in die bewegte Geschichte der Stadt und der Region.
Weiter ging es zum Petrov, dem historischen Burgberg Brünns. Bei einem Rundgang wurden unter anderem der Kohlmarkt und der Freiheitsplatz erkundet. Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch die Kirche St. Jakob. Neben dem Kirchenraum beeindruckte vor allem der imposante Dachstuhl des Gotteshauses.
Anschließend besichtigte die Gruppe das nahegelegene Beinhaus. Rund 50.000 Menschen wurden dort bestattet. Aus Untersuchungen geht hervor, dass hier Opfer von mittelalterlichen Pest- und Choleraseuchen und aus dem Dreißigjährigen Krieg bzw. der Zeit der schwedischen Belagerung bestattet sind. Die außergewöhnliche Gedenkstätte machte die Besucher*innen nachdenklich und führte zugleich ein Stück europäischer Geschichte vor Augen.
Festgottesdienst zum Jubiläum
Am Nachmittag kehrte die Delegation nach Velká Bíteš zurück. Um 16 Uhr begann in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer der feierliche Gottesdienst anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie. Die Festmesse stand der Prager Weihbischof Zdenek Wasserbauer vor.
Das Jubiläum stand ganz im Zeichen des Dankes an die vielen Menschen, die die Arbeit der Kolpingsfamilie in den vergangenen 30 Jahren geprägt und getragen haben. Die Kolpingsfamilie Velká Bíteš wurde 1996 gegründet und hat sich seither zu einem wichtigen Bestandteil des örtlichen Gemeinschaftslebens entwickelt. Zu ihren Aktivitäten gehören unter anderem Ferienlager, Familienangebote und Bildungs- und Begegnungs-veranstaltungen. Auch die internationale Freundschaft mit Schrobenhausen gehört seit vielen Jahren zu den festen Bestandteilen ihrer Arbeit.
Im Anschluss an den Gottesdienst folgte der Festakt. Dabei trafen die Schrobenhausener Gäste mit Vertreter*innen des Kolpingwerkes Tschechien zusammen. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung der internationalen Partnerschaften und die gemeinsamen Werte, die die Kolpingsfamilien über Ländergrenzen hinweg verbinden.
Musik, Tanz und ausgelassene Stimmung
Am Abend wurde das Jubiläum mit einem großen Kolpingfest im Kulturhaus von Velká Bíteš fortgesetzt. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde bis in den Abend hinein gefeiert. Verschiedene Musik- und Tanzgruppen sorgten für Unterhaltung und spiegelten zugleich die kulturelle Vielfalt der Region wider.
Zu den angekündigten Höhepunkten gehörten der tschechische Liedermacher Michal Horák mit seiner Band, die Gruppe MACH3 sowie das Folkloreensemble Bítešan.
Für die Schrobenhausener Gäste war der Abend eine besonders schöne Gelegenheit, die tschechischen Freundinnen und Freunde einmal abseits offizieller Programmpunkte zu erleben und gemeinsam zu feiern.
Jihlava als Abschluss der Reise
Am Sonntagmorgen nahm die Gruppe zunächst am Gottesdienst teil. Danach hieß es Abschied nehmen von den Gastgeber*innen in Velká Bíteš. Die Rückfahrt nach Schrobenhausen wurde noch für einen Zwischenstopp in Jihlava (deutsch: Iglau) unterbrochen, einer alten mährischen Bergstadt, in der laut Legende bereits im Jahre 799 Silber geschürft wurde.
Dort besichtigten die Teilnehmer*innen die unterirdischen Anlagen der Stadt und erfuhren bei einer Führung mehr über die Geschichte und Nutzung der unterirdischen Gänge. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte noch eine kurze Stadtführung durch Jihlava.
Anschließend machte sich die siebenköpfige Schrobenhausener Delegation auf die Heimfahrt.
Partnerschaft, die von Begegnungen lebt
Das Jubiläumswochenende zeigte eindrucksvoll, was die Partnerschaft zwischen den beiden Kolpingsfamilien ausmacht: Sie lebt nicht allein von offiziellen Vereinbarungen, sondern vor allem von persönlichen Begegnungen, gegenseitiger Gastfreundschaft und gemeinsamen Erlebnissen.
Für die Schrobenhausener Delegation waren die drei Tage in Tschechien deshalb weit mehr als eine Jubiläumsfahrt. Sie waren ein Zeichen dafür, dass aus einer Partnerschaft über Jahrzehnte hinweg echte Freundschaft wachsen kann. Und so darf man wohl davon ausgehen, dass auch nach 30 Jahren noch viele gemeinsame Kapitel der Kolpingfreundschaft zwischen Schrobenhausen und Velká Bíteš folgen werden.







