140 Jahre lebendig
Mit einem feierlichen Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef hat die Kolpingsfamilie Memmingen am 13. September 2026 ihr 140-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Bannerabordnungen verliehen dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Rückblick auf 140 Jahre Kolpingarbeit, sondern vor allem der Dank für eine lange und lebendige Gemeinschaft.
Kaplan Sebastian Fuchs betonte die Dankbarkeit dafür, dass die Idee Adolph Kolpings über Generationen hinweg weitergetragen wurde. In seiner Predigt stellte Präses Diakon Roland Pressl das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger in den Mittelpunkt. Die darin enthaltene Botschaft der Barmherzigkeit bezog er unmittelbar auf das christliche Leben und auf die Kolpinggemeinschaft.
„Wie Gott mir – so ich dir“ – mit diesen Worten fasste Pressl den Auftrag zusammen, der aus der erfahrenen Barmherzigkeit Gottes erwächst. Christlicher Glaube dürfe sich nicht auf den Gottesdienstbesuch beschränken, sondern müsse im Umgang miteinander sichtbar werden: in Vergebung, Versöhnung, Frieden und der Bereitschaft, einander immer wieder die Hand zu reichen.
Auch die Geschichte der Kolpingsfamilie Memmingen stellte Pressl in diesen Zusammenhang. Am 1. August 1886 hatten sich in der „Blauen Traube“ 36 Gesellen unter Stadtpfarrer Maximilian Rippler zusammengeschlossen und den Katholischen Gesellenverein gegründet. Ihr Ziel war es, die geistig-religiösen und sozialen Anliegen des Gesellenvaters Adolph Kolping zu verwirklichen.
140 Jahre später blickt die Kolpingsfamilie dankbar auf diese Geschichte zurück. „Wie viel Gemeinschaft wurde da miteinander erlebt, wie viel Gutes geschah da und wie wurde dort das Leben und der Glaube gefeiert“, erinnerte Pressl an die lange Vereinsgeschichte.
Dabei verschwieg er auch die Herausforderungen der Gegenwart nicht. Wie viele kirchliche Vereine erlebt auch die Kolpingsfamilie eine Zeit des Wandels. Zugleich ermutigte er dazu, gerade darin Chancen zu sehen: „Auch der Herbst hat Schönes und Buntes zu bieten.“ Mit diesem Gedanken verband Pressl seinen Wunsch für die Zukunft der Kolpingsfamilie: Im Vertrauen auf Gott und im Blick auf das Vorbild Adolph Kolpings den gemeinsamen Weg weiterzugehen.
Nach dem Gottesdienst setzten die Mitglieder und geladenen Gäste die Jubiläumsfeier im Kolpinghaus fort und blickten dort gemeinsam auf 140 Jahre Kolpingsfamilie Memmingen zurück.


