Josefstag mit Fastenprediger
Am 19. März 2026 wurde in Biberbach das Hochfest des Heiligen Josef traditionsgemäß mit einem feierlichen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche begangen. Auch wenn seit 1968 der Gedenktag des Heiligen Josefs kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, so doch lohnt es sich laut Ortspfarrer Dr. Ulrich Lindl allemal, diesen „Patron des Hintergrunds“ näher zu beleuchten. Vielleicht würde sich der Heilige Josef durch sein „weniger Worte, dafür mehr Handeln“ auch als „Patron für Politiker eignen“. Im Vorfeld hatte die Kolpingsfamilie Gedanken zu ihrem Patron sowie Fürbitten formuliert. Die Kolpingsfamilie und Freiwillige Feuerwehr Biberbach luden im Anschluss an den Festgottesdienst zu Starkbieranstich und Fastenpredigt ein.
Nach der Begrüßung durch Feuerwehrvorstand Sebastian Merli und die stellvertretende Kolpingvorsitzende Monika Schuster, die sich über die gut gefüllte Halle freuten, war es der neu gewählte Biberbacher Bürgermeister Christian Schuster, der das Fass anzapfte. Danach prosteten sich Bürgermeister Jarasch, Pfarrer Dr. Ulrich Lindl und die Landtagsabgeordneten Marina Jakob und Manuel Knoll zu. Zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches, den die Edenberger Musikanten, zwischenzeitlich fester Bestandteil der Joseffeier, anstimmten, zog dann der Fastenprediger ein.
Markenzeichen von „Bruder Edmund“ ist sein Vortrag im Stil des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Dazwischen streute er auch in diesem Jahr immer wieder Anmerkungen im Dialekt von Hubert Aiwanger. Peter Mayer war zum wiederholten Male in die Rolle des Fastenpredigers geschlüpft. Im Vorfeld hatte ihn ein Team von fünf Kolpingmitgliedern bei der Themenauswahl und der Zusammenstellung des Vortrags unterstützt. Als roter Faden diente in diesem Jahr das neu eingeführte „Digitale Bürger Service Portal“. Nach dem Bedauern, dass sein „Running Gag“ in Zusammenhang mit dem Bürgermeisternamen Jarasch nicht mehr anwendbar sei, ermahnte er den zukünftigen Bürgermeister: „Schuster bleib bei deinen Leisten, dann allzu viel gönnen kannst du dir bei der Kassenlage der Gemeinde eh nicht.“
Die KI, in diesem Falle Abkürzung für das neue „Katholische Informationsblatt“ der Pfarreiengemeinschaft war ebenso ein Thema wie die im Service Portal unter 088 zu findende „Ausstellung eines Positivzeugnisses“ für Pfarrer Dr. Ulrich Lindl für den erfolgreichen Abschluss der Kirchensanierung und die Durchführung der Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Ankunft des „Herrgöttles in Biberbach“.
Natürlich konnte auch eine Episode zu 005 „Baumfallgenehmigung“ nicht fehlen. Der Vorschlag Urnengräber unter den Pappeln entlang der Staatsstraße zu planen, kam genauso gut an, wie die Aufarbeitung des Pappelholzes für den heimischen Kachelofens im Haus von dann Altbürgermeister Jarasch. Eine besonders kreative Idee präsentierte „Bruder Edmund“ zum Hochwasserschutz: Ein Baggersee zwischen Dennhof und Albertshofen nicht nur zum Rückhalt des Hochwassers, sondern auch zur Nutzung als Badesee, einschließlich Nutzung für den Schwimmunterricht der Kinder des dort anzusiedelnden Wasserkindergartens. Daneben würde sich die Wasserstelle auch noch als Kühlung für überanstrengte Wallfahrerfüße eignen. Enten könnten die Hühnerhaltung im Pfarrgarten ergänzen. Und im Winter könnte eine Eishockeymannschaft zur Teambildung des neuen Gemeinderats beitragen. Als Abschiedsgeschenk für Bürgermeister Wolfgang Jarasch schlug der Fastenprediger das Sportheim oder, falls es diesmal mit dem Pächter klappen sollte, alternativ das Lehrerhaus vor. Ein letztes gemeinsames „Prost Edmund“ und viel Applaus beendeten die Fastenpredigt 2026.

