Geschenk zum Abschied
Die Verantwortlichen des Kolping-Ferienhauses in Weißenbach (Tirol) waren nicht wenig überrascht, als Helene und Bernhard Posch zu ihrer Verabschiedung als Hausbetreuer am 12. September 2026 eine Holzbank als Geschenk für das Selbstversorgerhaus mitbrachten. Bernhard Posch hat die Sitzbank mit Holz aus dem eigenen Wald ohne Metallnägel und -schrauben in vielen Arbeitsstunden selbst gefertigt. „Das Kolpinghaus haben wir behandelt wie unser eigenes Haus“, sagt er über die 36 Jahre, in denen er an der Seite seiner Ehefrau Helene unter anderem Gäste begrüßt, für Sauberkeit gesorgt, Rasen gemäht und Reparaturen durchgeführt hat. Über 5.000 Übernachtungen von über 2.000 Gästen haben sie im Jahr 2025 erfolgreich gemanagt.
Gesicht von Kolping Augsburg in Weißenbach
Bei einem kleinen Fest im Garten des Kolpinghauses in Weißenbach am Lech dankte Heinrich Lang, der Vorsitzende des Trägervereins Kolping-Ferienwerk Diözesanverband Augsburg e.V., dem Ehepaar Posch für ihr langjähriges Wirken und überreichte ihnen einen Gutscheine für die KurOase im Kloster und die Therme in Bad Wörishofen. „Uns ist in den vergangenen Wochen bei der Suche nach Nachfolgern wieder richtig bewusst geworden, was sie beide alles geleistet haben“, sagte er anerkennend. Für die Kolpingsfamilien in der Diözese Augsburg dankte Diözesanvorsitzender Robert Hitzelberger und überreichte die Augsburger Kolping-Medaille, die normalerweise für herausragendes Engagement im Kolping-Diözesanverband verliehen wird. Er würdigte in seiner Laudatio das Engagement von Helene und Bernhard Posch für die Kolpingsfamilien, Kolpingjugend-Gruppen und Einrichtungen in der Diözese Augsburg und dankte ihnen dafür, dass sie das „Gesicht von Kolping Augsburg in Weißenbach und darüber hinaus“ waren.
Viele schöne gemeinsame Erinnerungen
Mechthild Gerbig, die zusammen mit ihrem Ehemann Achim ehrenamtlich das Gruppenaus betreut, führte mit einigen der Gäste kurze Interviews. Isabella Abert, die oft mit ihrem Ehemann Wolfgang im Haus war, erinnerte sich an die ersten Begegnungen mit ungarischen Kolpingfreunden im Haus nach dem Fall des eisernen Vorhangs. „Das Haus war sein Leben“, sagt sie über ihren Ehemann Wolfgang, der viele Jahre das Haus betreut hat und den Kontakt von Augsburg aus mit dem Ehepaar Posch in Österreich gehalten hat. „Wir fühlen uns mit unseren Jugendlichen immer sehr wohl“, berichtete Magdalena Kappeler aus der Kolpingsfamilie Oberstdorf. Benjamin Fot, der schon seit seinem 15. Lebensjahr ins Haus kommt, erzählt von den Veranstaltungen mit seiner Gemeinde und freut sich, dass das Haus an Ausstattung alles hat, was sie brauchen. Viele andere gemeinsame Erlebnisse von Gästen mit Helene und Bernhard Posch wurden bei den Begegnungen an diesem Samstagnachmittag aufgefrischt. Kolping-Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer segnete die neue Bank und das Ehepaar und betete um Gesundheit und viele gute Jahre im Ruhestand.
Lisa u Sean Vaudreuil, die die Nachfolge von Helene und Bernhard Posch angetreten haben, sind nach einem gemeinsamen Monat des Übergangs im Dienst. Den Gästen der Verabschiedungsfeier stellten sie sich vor und waren allen gleich sehr sympathisch.
Großer und kleiner Berggottesdienst
Am Wochenende waren Mitglieder der Kolpingsfamilien Bobingen und Fischach im Haus zu Gast. Als Beitrag zur Jubiläumsaktion des Kolping-Diözesanverbandes „175 gute Taten“ haben sie den Sandkasten im Garten renoviert und eine Box für das Sandspielzeug angebracht.
Am Samstagvormittag stieg eine Gruppe zum Thanellerkar auf, um bei einer Messfeier mit Kolping-Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer an den dort vor 39 Jahren verstorbenen Diözesanpräses Rudi Geiselberger zu erinnern. In seiner Predigt zog Kretschmer einen Vergleich zwischen Glauben und den Muskeln, die man für Bergtouren braucht. Auch der „Glaubensmuskel“ werde nicht nur durch das Anschauen von Bergbüchern aufgebaut und trainiert. Durch das Achten auf die kleinen Geschenke im Alltag und durch die geübte Nächstenliebe könne man sich fit im Glauben halten, so Diözesanpräses Kretschmer.
Gleichzeitig machte sich eine Gruppe auf den Weg zum nahe am Haus gelegenen Kalvarienberg. Thema war, dass, nicht nur Tiere, sondern auch Menschen ganz unterschiedlich sind. Aber Jesus, der gute Hirte geht jedem "verlorenen Schaf" nach. Nach dem Zug mit einem großen und einigen kleinen Bannern über den Kreuzweg, haben sich die Teilnehmenden an der Kapelle auf die Suche nach dem verlorenen Schaf gemacht. Es war eine fröhliche Schar von ganz jungen und schon etwas älteren Kolpingmitgliedern, die hier miteinander unterwegs war und den etwas anderen "Berggottesdienst" mit Gaby Schöner und ihrem Team gefeiert hat.













