Kolping Indien geht auf die Straße
Bei einer Begegnung mit Anton Stegmair, dem Leiter der Abteilung Weltkirche im Bistum Augsburg, stellte Dr. Maria Soosai, Kolping-Nationalpräses aus Indien, am 7. Oktober 2026 den Aktionsplan von Kolping in Indien zum Umweltschutz vor. Mit den drei Säulen Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und gemeinschaftliche praktische Maßnahmen leisten die über 42.000 Kolpingmitglieder in den 3.222 Kolpingsfamilien ihren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung. Die vor allem aus Frauen bestehenden Kolpingsfamilien scheuen auch nicht davor zurück, für eine saubere Luft, unbelastetes Trinkwasser und gesunde Böden zu demonstrieren.
Für eine lebenswerte Zukunft
Father Maria Soosai hat zur Vorstellung des Aktionsplan einen Film in der Sprache Tamil mit englischem Untertitel mitgebracht. Der 18 Minuten lange Film zeigt zunächst die natürliche Vielfalt und ökologische Bedeutung der Landschaften Indiens, die über Jahrhunderte hinweg die Lebensgrundlage der Menschen bildeten. Durch Abholzung, Raubbau an natürlichen Ressourcen, industrielle Eingriffe und eine nicht nachhaltige Nutzung von Boden- und Wasserressourcen geriet dieses Gleichgewicht zunehmend aus den Fugen. Die Folgen sind Klimawandel, Umweltzerstörung, Küstenerosion sowie eine wachsende Zahl von Naturkatastrophen wie Zyklonen, Überschwemmungen und Dürren, die insbesondere arme Bevölkerungsgruppen schwer treffen.
Als Antwort auf diese Entwicklung initiierte Kolping Indien ein umfassendes Umwelt- und Nachhaltigkeitsprogramm in den 33 Diözesen in fünf indischen Bundesstaaten, in denen Kolping in Indien vertreten ist. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurden Studien durchgeführt, die Mitglieder sensibilisiert und konkrete Maßnahmen zum Schutz von Natur und Ressourcen entwickelt. Zu den Aktivitäten gehören Umweltbildungsprogramme, Naturerkundungen, Strandreinigungen, Baumpflanzaktionen sowie Kampagnen zur Müllvermeidung und Abfalltrennung. Darüber hinaus unterstützt Kolping die Wiederherstellung von Wasserreservoirs, die Aufforstung mit Palmyrapalmen und die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft. Durch die Verbindung von traditionellem Wissen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und gemeinschaftlichem Engagement entstand ein ganzheitlicher Aktionsplan für Umwelt- und Klimaschutz. Der Film endet mit dem Aufruf, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen und sich gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen.
Im Gespräch mit Anton Stegmair, Kolping-Diözesanvorsitzenden Robert Hitzelberger, Präses Wolfgang Kretschmer und Johann Michael Geisenfelder beantwortet Father Maria Fragen und stellte eine Idee für ein neues Projekt vor. Kolping-Frauengruppen sollen durch einen Zuschuss gefördert werden, dass sie selbst aus den in der Region wachsenden Früchten Bananen Chips herstellen und durch den Direktvertrieb und Verkauf in anderen Kolping-Projekten ihren Existenzgrundlage verbessern können.
Die Marke Kolping ist sozial
Mit anderen Teilnehmenden aus Augsburg nahm Father Maria, der auch Mitglied im Generalvorstand von Kolping International ist, vom 8. bis 11. Oktober 2026 an den Feierlichkeiten des Kolping Hotel Spa & Family Resort in Alsópahók in Ungarn teil. Bei einem Grußwort erinnerte Father Maria daran, dass die Marke Kolping eine soziale Marke ist. „Das Ziel der kommerzielle Marke muss es sein, die soziale Marke zu unterstützen“, sagte Father Maria.
Was machen indische Kinder in den Ferien?
Beim Besuch des Kolping-Allgäuhauses in Wertach am 7. Oktober zeigte sich Father Maria beeindruckt vom Konzept der Familienferienstätte. Bei einer Führung lernte er das Haus kennen. Beim abendlichen Gottesdienst mit den Gästen, erzählte Father Maria auf die Frage von Kolping-Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer, was Kinder in Indien in den Ferien machen, von der Situation der Kinder in den armen Gebieten, die häufig keine Schule besuchen. Nach der Messfeier umringten die Familien Father Maria und stellten ihm weitere Fragen, die er gerne beantwortete.
Besuch in Oberstdorf
Gemeinsam mit Diözesanvorstandsmitglied Vera Heinz besuchte Father Maria am 6. Oktober 2026 die Kolpingsfamilie Oberstdorf. Seit vielen Jahrzehnten unterstützt die Kolpingsfamilie die Projekte des indischen Kolpingverbandes. Nach einer Kaffeerunde mit dem Vorsitzenden Herbert Hiemer nahm Father Maria noch am Beginn eines Workshops mit den Verantwortlichen aus den unterschiedlichen Gruppen der Kolpingsfamilie teil.
Fakten und Zahlen
Bei einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger ging es um Fakten und Zahlen. Father Maria berichtete von den geförderten Projekten und erläuterte die Verwendung der Spenden. Gemeinsam mit Björn Panne, dem künftigen Geschäftsführer der Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger ging es auch um Perspektiven für die Förderung in nächster Zeit. Dabei war Father Maria vor allem das Milchviehprojekt ein Anliegen. Zudem stellte er eine Idee vor, bei einer Kolpinggruppe, die die Delegation aus Augsburg im letzten Jahr auch kennengelernt hat, Toiletten zu bauen. Bisher gibt es für die vielen Familien, die auf der Insel leben, nur eine einzige Toilette. Father Maria bat darum, ihn beim Bau von weiteren 20 Toiletten zu unterstütze.
Die Partnerschaft von Kolping Augsburg mit Kolping in Indien besteht im kommenden Jahr 50 Jahre. Seither unterstützen Spenderinnen und Spender und Kolpingsfamilien und Kolpingeinrichtungen die Projekte (wie z.B. Hausbauprojekt, Milchviehprojekt, Bau eines Ressourcencenters) von Kolping in Indien. Durch viele Begegnungen ist eine enge Beziehung von vielen Kolpingmitgliedern zu Indien und den Menschen in Indien gewachsen. Wir freuen uns über viel Unterstützung für die gute Arbeit von Kolping in Indien. Spenden bitte an die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger (Liga-Bank, Verwendungszweck „Indien“, IBAN DE64 7509 0300 0000 1477 70).








