Zukunft des Wassers
Die Verfügbarkeit von Trinkwasser wird zunehmend zu einer zentralen Zukunftsfrage, auch in unserer Region. Unter dem Titel „Wasser wird knapp – Ursachen verstehen, Lösungen finden“ lud die Kolpingsfamilie Wiggensbach am 23. Oktober 2026 zu einem Informations- und Diskussionsabend in den Kapitelsaal in Wiggensbach ein. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung sowie über aktuelle und geplante Maßnahmen in Wiggensbach zu informieren.
In ihrer Begrüßung betonte die Vorsitzende Rebecca Harbauer, dass die Kolpingsfamilie Wiggensbach mit der Veranstaltungsreihe „Kolping thematisiert …“ gesellschaftlich relevante Zukunftsfragen aufgreifen möchte. Das Thema Wasser stehe dabei in engem Zusammenhang mit dem Leitbild von Kolping Deutschland, der Bewahrung der Schöpfung und dem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Einen wissenschaftlichen Blick auf die Entwicklungen von Wetter, Klima und Klimawandel vermittelte der Meteorologe Lothar Bock vom Deutschen Wetterdienst. Im Mittelpunkt standen die Ursachen zunehmender Trocken- und Hitzeperioden sowie deren Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei wurden auch Fragen zu möglichen Lösungsansätzen und Handlungsmöglichkeiten auf globaler und lokaler Ebene behandelt.
Anschließend lenkte die Veranstaltung den Blick auf die Situation in Wiggensbach. Bürgermeister Thomas Eigstler stellte die bisherigen Maßnahmen der Marktgemeinde zur Sicherung der Trinkwasserversorgung vor. Dazu gehören unter anderem der Bau der Notverbundleitung Ahegg-Ermengerst, die Sanierung der Schorenquelle, der Neubau eines Hochbehälters sowie die Ausweisung eines neuen Wasserschutzgebietes. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen vorgenommen, um die Wasserversorgung langfristig abzusichern.
Besonders eindrucksvoll waren die vorgestellten Daten zur Entwicklung der Quellschüttungen. Sie zeigen einen deutlichen Rückgang der Wassermengen in den gemeindlichen Quellen und verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Gemeinde künftig steht. Derzeit müssen zusätzlich erhebliche Mengen Fernwasser bezogen werden, um die Versorgung sicherzustellen. Zudem waren im laufenden Jahr bereits 27 Haushalte darauf angewiesen, Wasser am gemeindlichen Bauhof abzuholen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt zur zukünftigen Trinkwasserversorgung. Unter der Moderation von Michael Frauscher hatten Bürgerinnen und Bürger in mehreren Workshops unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert und Empfehlungen für den Marktgemeinderat erarbeitet. Zentrale Themen waren eine transparente Kommunikation, die Priorisierung des Ausbaus der Trinkwasserversorgung, Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Haushalte sowie Maßnahmen zur Förderung der Grundwasser- und Trinkwasserneubildung.
In der abschließenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen aus dem Publikum aufgegriffen. Dabei zeigte sich, dass das Thema Wasser viele Menschen bewegt und auch künftig intensiv diskutiert werden wird.
Die Kolpingsfamilie Wiggensbach sieht die Veranstaltung als gelungenen Beitrag zu einem sachlichen und konstruktiven Dialog über eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Gemeinde.